Sexuelle Paarthemen

Paare haben auch gemeinsame Sexthemen. Nach einem kurzen Telefonat entscheiden wir gemeinsam, ob zunächst die Sexualtherapie in Form von Einzelgesprächen stattfinden sollen, oder ob wir gleich ein Gespräch zu dritt vereinbaren, mit der Möglichkeit Einzelsitzungen zu einem späteren Zeitpunkt nachzuholen (was unter vier Augen gesprochen wird, unterliegt der Schweigepflicht).

Eine Sexualberatung und/oder eine Sexualtherapie empfiehlt sich,

  • wenn die Lust auf Sex dem Ehealltag gewichen ist und mehr Frust als Lust vorherrscht
  • wenn das Feuer erloschen ist, Sie aber die Glut neu entfachen wollen
  • wenn Sie nicht mehr begehren oder sich nicht mehr begehrt fühlen
  • wenn einer viel öfter will als der andere
  • wenn Sie zu zweit über Sex nicht offen reden können und Sie eine Moderatorin brauchen
  • wenn sich in einer sonst guten Beziehung sexuelle Langeweile breitmacht
  • wenn Sie schon lange keinen Sex mehr hatten und nicht wissen, wie Sie wieder den ersten Schritt tun können
  • wenn Sie sich sehr jung kennengelernt haben und Sie sich als Erwachsene sexuell entwickeln wollen
  • wenn eine Affäre die Intimität zerstört hat, die Affäre immer noch "im Ehebett liegt"
  • wenn sich Ihre gemeinsame Sexualität mit dem Alter verändert

Eine Sexualberatung und/oder eine Sexualtherapie können außerdem helfen,

  • wenn seine Erektionsstörung oder Ejakulationsstörung für Sie ein Problem ist
  • wenn Sex vermieden wird, sodaß Sex eine Tabuzone geworden ist
  • wenn Ihre sexuellen Vorlieben sehr verschieden sind
  • wenn eine Krankeit die gemeinsame Sexualität beeinträchtigt

Sexualität hat für die körperliche und mentale Gesundheit eine wichtige Rolle inne. Eine Sexualtherapie kann helfen, frühkindliche Störungen, schmerzhafte Erfahrungen, Probleme in der Beziehung und körperliche Probleme zu identifizieren. Dadurch können Sie und Ihr Partner bzw. Ihre Partnerin wieder ein glückliches, erfülltes Sexualleben aufbauen.

Unlust

Sexuelle Unlust ist kein "Luxusproblem", meist hängt der Fortbestand der Beziehung davon ab.

Ursachen von sexueller Unlust, die in der Sexualtherapie besprochen werden können:

  • Familie vor Leidenschaft (unser Alltag funktioniert großartig, aber im Bett läuft nichts mehr)
  • Freundschaft mit intakter, aber langweiliger (eben freundschaftlicher) Sexualität. Oft eine Folge zu starken Harmoniebedürfnisses, zu starken Verschmelzungswünschen.
  • Überforderung - es sexuell dem Partner recht zu machen ist anstrengender als sich selbst zu befriedigen.
  • Enttäuschung, alte Wunden – nach tiefen emotionalen Verletzungen.
  • Einer will immer, der andere nicht - führt zu sexueller Verweigerung und Unlust.

Klinische Studien zeigen, dass Sexualtherapie mit einer Reduktion sexueller Störungen bzw. mit dem Anheben der sexuellen Zufriedenheit eine signifikante Verbesserung der Lebenszufriedenheit und der psychischen Gesundheit erzielt.

Sexualtherapie ist ein hilfreiches Mittel, um, psychischen Ursachen zu verstehen und nach Möglichkeit zu beseitigen. Eine Sexualtherapie bewirkt oft auch bei rein organischen Beschwerden eine Besserung der Symptome.

Rot/grüner Apfel

Zerstört eine Affäre auf jeden Fall eine Beziehung?

Nicht unbedingt - in einer Sexualtherapie wird auch der betrogene Partner gut unterstützt. Ziel ist es, aus dieser Krise eine Chance für das Paar zu machen, eine offenere, ehrlichere und erwachsenere Beziehung in der Zukunft zu gestalten. Durch die nicht verurteilende, sondern verständnisfördernde Atmosphäre in einer Sexualtherapie kann gemeinsam erforscht werden, was zur Beziehungsproblemen geführt hat. Die Ursachen liegen nicht nur in der Beziehung selbst, sondern auch beim Charakter des Fremdgehenden, beim Umgang des Paares mit Konflikten, bei äußeren Faktoren, bei alten Prägungen und vielem mehr. All das kann in einer Sexualtherapie offen besprochen und verstanden werden, um neue Formen des Umgangs zu erlernen, damit es in Zukunft zu keinen weiteren Verletzungen durch Fremdgehen kommen kann.

Eine Affäre holt viel bisher Unausgesprochenes an die Oberfläche, das ist hart und schmerzhaft, es ist aber auch eine echte Möglichkeit, eine Beziehung realistisch, ehrlich und beständiger zu machen.

Immer wieder höre ich von Paaren, die so etwas durchgearbeitet und durchgestanden haben: "Es ist uns noch nie so gut gegangen wie jetzt, durch unsere Arbeit in der Therapie haben wir jetzt wir eine viel viel bessere Beziehung! Es war gut, dass die Affäre aufgeflogen ist."

Zu zweit über Sex nicht offen reden können

Heutzutage sind alle so aufgeklärt, so offen, so frei, dass jedermann und jederfrau über Sex redet! Über Sex im Allgemeinen, über den Sex der Nachbarn oder über das Sexualleben von Prominenten. Über Sex von allen anderen, nur nicht über das eigene Sexualleben, denn das fällt trotz aller Aufgeklärtheit noch immer schwer, egal ob Mann oder Frau.

Noch schwieriger ist es als Paar über den gemeinsamen Sex zu sprechen, über Wünsche und Fantasien, denn das vermeintliche Risiko, als komisch oder gar als pervers vom anderen wahrgenommen zu werden oder den anderen zu verletzen oder selbst verletzt zu werden, ist groß. So schweigt man und es schleicht sich ein Unbehagen und Unsicherheit in das Sexualleben ein. In einer Sexualtherapie gelingt es durch die Moderation, die Erklärungen und durch behutsamen Fragen ein Gesprächsklima zu entwickeln, in dem alle Fragen gestellt und alle Antworten gegeben werden können. So kann die Paarerotik durch eine Sexualtherapie ohne Angst vor Verletzungen oder Missverständnissen neue Wege beschreiten.